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27/28.06 2009
Auszug aus den "Badischen Neusten Nachrichten"
Bruchsal.
Aus der Pfalz, dem Schwarzwald und aus Schwaben waren sie gekommen, die Bänkelsänger, Drehorgelspieler und Moritatenerzähler. Der Förderverein des Deutschen Musikautomaten-Museums (DMM) Bruchsal hatte anlässlich seines 25-jährigen Bestehens am Wochenende zum Drehorgelfest im Bruchsaler Schlosshof eingeladen. Der Vorsitzende des Fördervereins, Bruchsals Bürgermeister Ulli Hockenberger, konnte unter den zahlreichen Gästen auch Staatssekretär Dietrich Birk begrüßen, der sich von der Museumsbesucherzahl von 50 000 pro Jahr sichtlich beeindruckt zeigte, sowie Harald Siebenmorgen vom Ba-dischen Landesmuseum Karlsruhe, der manche Anekdote aus den letzten Jahren wiederge-ben konnte.
Gerade hatten die Herren die Sonderausstellung zu Jubiläum im Schloss eröffnet, stand nun die Musik selbst im Mittelpunkt. Selten waren so viele Pfeifen zu sehen – und auch nachhaltig zu hören, denn die Volksweisen entpuppten sich als Ohrwürmer, die mancher Besucher auf dem Weg zur Kuchentheke vor sich hin pfiff. Da gab es auch Jazz, wie man sich eine Stummfilm-Untermalung vorstellt, oder lateinamerikanische Folklore mit jugendlicher Percussions-Abteilung. Meist wurden aber Volkslieder und Moritaten vorgetragen: „Moritaten sind einer Theorie zufolge Mord-Taten, aber durch lautes Rufen wird der Begriff gedehnt“, wusste DMM-Geschäftsführer Thomas Adam zu berichten. Entsprechend lautstark wurden die Lieder dann auch angekündigt, etwa „Die Verführung einer Jungfrau“ oder die „Schaurige Mordtat des Schusters zu Treuenbrietzen“, dessen Text auch in Bildern zu sehen war. Dramatisches, Gruseliges oder Anzügliches – Geschichten voller Sex and Crime gab es eben auch in vergangenen Jahrhunderten.
Wobei das Lied über Mariechen, die sich textilfrei im Garten sonnt, ein überraschendes Ende nimmt: Der vorbeikommende Wanderer hatte zwar nur eines im Sinn, aber nicht das, was alle dachten …
Wesentlich gesitteter ging es am Sonntag im Gottesdienst in der Hofkirche zu, in dem ne-ben der Orgel auch manche Drehorgel zum Einsatz kam. Für Adrian Oswalt, der die Lochkarten selbst herstellt, ist der sakrale Einsatz ein Feld unter vielen, war er doch schon für die Berliner Popband „Mia.“ tätig.
Höhepunkt des Sonntag Nachmittags war der Moritatenwettbewerb, der nicht von Konkurrenzdenken geprägt war, sondern von eher kollegialem Miteinander. Die Juroren Ulli Hockenberger, Carsten Ramm von der Badischen Landesbühne und die Schweizer Bänkelsängerin Dorothea Walter kürten schließlich Adrian Oswalt vom Fuße der Schwäbischen Alb zum Sieger. Gewonnen hatten letzt-lich alle, die Freude an Drehorgelmusik haben. Das war auch bei Regenguss am Sams-tag zu spüren: während alle unter den Torbögen Zuflucht suchten, spielten dort schon die Leierkästen – und rissen auch einen der anwesenden OB-Kandidaten zu Walzerschritten hin.
von Armin Herberger
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Harald Schwiers vorzustellen ist nicht mit allzu wenigen Worten zu schreiben. Ich habe eine passende Beschreibung im Netz gefunden:
Der Karlsruher Schauspieler, Moderator, Journalist und Publizist Harald Schwiers hat sich auch als Badischer Geschichtenerzähler und Rezitator eine herausragende Stellung geschaffen. Der Fundus seiner Geschichten reicht vom ausgehenden Mittelalter bis in die Gegenwart, von Poesie bis Prosa, mit und ohne Mundart und erzählt vom Leben und den Menschen auf beiden Seiten und entlang des Rheins. Hier, wo man gerne gut isst und trinkt, prägt die Freude am Leben auch einen sym-badischen Menschenschlag. Mit kabarettistischem Augenzwinkern schildert Harald Schwiers liebenswerte Typen, denen Weinstein näher steht als Nierenstein und die mit gleicher Kennerschaft und Genuss sich ein himmlisches Bier gönnen können...
Bei unserer monatlich stattfindenden Stammtischveranstaltung, am Sonntag den 2. November, unterhielt uns dieses mal Harald Schwiers mit einer Bierprobe von Höpfnerbieren. Nicht weil er gar einen Werbevertrag mit dieser Brauerei hat, sondern weil er sagt, dass Biere meist nur von regionalen Brauereien getrunken werden und natürlich, weil ihm das Höpfnerbier besonders gut schmeckt. Daran hat er uns mit seinem fachkundigen Wissen, zum Thema passenden Geschichten und diversen Bierproben teil haben lassen.
KlB. 11.2008
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Selbst unser Erster Vorstand, Bürgermeister Ulli Hockenberger, konnte sein Fachwissen über Hopfen und Malz noch verfeinern. |
In unserer Vortragsreihe zum Stammtisch des Fördervereins war dieses Mal Ian.D.Fowler, Meisterlicher Uhrmacher und Kunsthistoriker, dran. Er referierte über das Thema Bilderuhren aus aktuellem Anlass. Dem Förderverein wurde eine Bilderuhr überlassen, welches der Förderverein von Bilderrestaurator Vyskocil und Uhrmacher Fowler restaurieren ließ. Das Besondere an diesem Bild ist ein Wasserfall und Flusslauf, welcher durch rotierende Glasstäbe imitiert wird. Auch die Herkunft der Bilduhr konnte zu 90% anhand von ähnlichen Objekten hergeleitet und der Wiener Firma Hofmeister zugeordnet werden. Krönender Abschluss war natürlich die Vorführung der Bilderuhr mit den Klängen des eingebauten Musikspielwerkes der Firma Willenbacher & Rzebitschek.
KlB. 10.2008
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„Urgesteine“ besonders geehrtFördervereinDeutsches Musikautomaten-Museum. Ein Vierteljahrhundert darf man getrost als „Ära“ bezeichnen, vor allem, wenn es durch eine so starke personelle Kontinuität gekennzeichnet ist wie bei der Vorstandschaft des Freundeskreises für das Deutsche Musikautomaten-Museum im Bruchsaler Barockschloss. 25 Jahre wird dieses bundesweit bedeutende Museum 2009 alt, und gleichzeitig mit ihm der Verein, der zu seiner Unterstützung ins Leben gerufen wurde. Der zählt zwischenzeitlich – betrachtet man die Mitgliederzahlen – zu den größten in Bruchsal. Zwei „Urgesteine“ des Fördervereins erhielten nun bei der Jahreshauptversammlung eine besondere Würdigung. Dem langjährigem Vorsitzenden Heinz Heckmann überreichte sein Nachfolger, Bürgermeister Ulli Hockenberger, die Urkunde, die ihn zum künftigen Ehrenvorsitzenden kürt, während Otto Ihle, Geschäftsführer seit Vereinsgründung 1984, zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Hockenberger würdigte beider Leistung nicht nur mit Blick auf die Erfolge des Vereins, sondern hob auch das Engagement für ein lebendiges internes Vereinsleben hervor. Dazu zählen neben regelmäßigen Monatstreffen auch Ausflüge und Exkursionen auf den Spuren bedeutender Orgelbauer und selbst spielender Musikinstrumente.
BNN 08.07.2008
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